Wie wichtig sind Pillar Pages für gutes SEO?

9. September 2019
Der Begriff Pillar Pages findet sich 2019 in so gut wie jedem Artikel über SEO und Inbound-Marketing. Doch welche Relevanz haben sie wirklich? Und wie gestaltet man eine optimale Pillar Page? Was muss man beachten? Wir zeigen es dir!

Pillar Page Image

Pillar Pages sind der Trend 2019, wenn es um Inbound-Marketing , Content-Marketing und SEO geht. Doch wie relevant sind Pillar Pages wirklich? Die Antwort ist: Sehr relevant! Der bloße Fokus auf Keywords reicht nicht mehr aus, es müssen sogenannte Content-Cluster (Themen-Cluster) her!


Was ist eine Pillar Page?
Der Begriff “Pillar” kommt aus dem Englischen und bedeutet “Säule” oder “Pfeiler”. Als Pfeiler fungiert im Webseiten-Marketing ein übergreifendes Thema wie z.B. Reiten, Paartanz, Weitsprung oder ähnliches. Rund um diese Themen herum entwickelt man dann Unterseiten, die inhaltlich angeschlossen werden können, wie z. B. Reiterferien in Deutschland, Discofox-Grundschritt oder Die erfolgreichsten Frauen im Weitsprung. Diese Unterseiten bezeichnet man als Content-Cluster
 

Mit Pillar Pages und den dazugehörigen Content-Clustern schafft man wertvolle Inhalte. Und dass Google Webseiten mit gutem Content im Ranking belohnt, ist ja schon länger allgemein bekannt. Deshalb macht es nur Sinn, wenn man sich als Webseiten-Editor darüber Gedanken macht, welche Themen für die eigene Webseite besonders wichtig sind, und wie man ein Thema mit inhaltlich verwandten Themen ergänzen kann.
 

Hier ein Beispiel für eine Pillar Page und einen Content-Cluster auf einer Webseite rund um das Thema Wassersport :

Themenbeispiel Pillar Page: Surfen

Inhaltlich ergänzende Content-Cluster-Seiten:
  • Surfen in München
  • Surfcamps in Portugal
  • Effektives Fitnesstraining für Surfer
  • Die besten Online-Surfboard-Shops 
  • Surfurlaub: Die besten Hotels mit Surfspots
  • Yoga für Surfer
     
Vergleich: Pillar Page vs. holistische Landingpage
Eine Pillar Page ist immer eine Art Hauptseite, die von Unterseiten - den thematisch ergänzenden Content-Cluster-Seiten - ergänzt wird. Auf der Hauptseite finden sich Links zu den jeweiligen Unterseiten. Die Unterseiten verlinken wiederum zurück auf die Pillar Page. Übrigens: Die Unterseiten können trotz des Fokusses auf die Pillar Page auch untereinander verlinkt werden, wenn es thematisch Sinn ergibt. 
 

Als holistische Landingpage bezeichnet man eine Seite, die unter einer URL alle wichtigen Fakten zu einem Thema zusammenträgt. Im Vergleich zur Pillar Page ist die holistische Landingpage deutlich vollgepackter und damit auch länger, da sie alle Aspekte eines Themas beleuchtet. Man könnte also sagen, dass die holistische Landingpage inhaltlich aus der Pillar Page und den dazugehörigen Unterseiten, den Content-Cluster-Seiten, besteht.


Pillar Page und SEO
Ein Großteil der Suchanfragen bei Google besteht mittlerweile aus Long-Tail-Keywords, das heißt aus mindestens vier Wörtern. Woran das liegt? Ganz einfach: Die User müssen aus dem Überangebot an Inhalten die Daten herausfiltern, die für sie relevant sind. Sie suchen beispielsweise nicht mehr nur nach “günstigen Restaurant”, sondern nach “günstigen griechischen Restaurants in Schwabing”. Damit kommen sie schneller an die gewünschte Information.
 

Ein weiterer Grund für dieses neue Suchverhalten ist die Verwendung der Spracheingabe. Immer mehr Menschen nutzen Siri, Google Assistant, Alexa oder ähnliches, um Ihre Suchanfragen einzugeben, ohne selbst schreiben zu müssen. Für SEO bedeutet das, der Long-Tail-Keyphrase an Relevanz gewinnen. 
 

Dass die Qualität des Inhalts durch Pillar Pages und Content-Cluster deutlich steigt, kommt den spezifischer formulierten Suchanfragen der User entgegen. Inhalte mit tiefgehendem Fachwissen werden von Google ja bekannterweise im Ranking belohnt. Das heißt nichts anderes, als dass die User-Anfragen auf thematisch passende Content-Seiten gelenkt werden. Damit verbessert sich die User Experience (UX) - also eine Win-Win-Situation für beide Seiten.


Pillar Page und Inbound-/Content-Marketing
Das Konzept der Pillar Pages zahlt auch auf die Inbound-/ Content-Marketing-Strategie ein.
Denn um von potenziellen Kunden gefunden zu werden, muss der Content, der in der Inbound-Marketing-Strategie festgelegt wurde, besonders gut sein. Google listet inhaltlich sowie qualitativ hochwertige Seiten in den Suchergebnissen weiter oben - was auch das Google June 2019 Core Update erneut bestätigte.
 

Eine Pillar Page sowie die zugehörigen Content-Cluster sorgen, wenn sie richtig gemacht sind, dafür, die richtige Zielgruppe - die in Buyer Personas definiert sein sollte - auf die Seite zu locken. Außerdem strukturieren und organisieren Pillar Pages eine Webseite. Der User findet sich besser zurecht, seine User Experience (UX) ist positiv. Und die wirkt sich wiederum positiv auf Faktoren wie Verweildauer, Rückkehrrate und im besten Fall auch auf die Conversion-Rate aus. 

 

Eine gute Pillar Page in fünf Schritten
Diese Schritte solltest du beim Aufbau deiner Pillar Page beachten:

 

  1. Vorhandene Inhalte prüfen
    Wenn du bereits Inhalte auf deiner Webseite hast, macht es Sinn, den vorhandenen Content erst einmal zu überprüfen. Welche Themen werden behandelt? Gibt es einzelne Hauptthemen, die sich herauskristallisieren? Bzw. hängen verschieden Seiten thematisch zusammen? Wenn ja, können diese Teil eines neuen Content-Clusters werden.
     
  2. Thema für die Pillar Page finden
    Konzentriere dich auf das Thema, um das sich eine deiner Hauptseiten drehen wird. Dieses Thema sollte selbstverständlich relevant für deine Zielgruppe sein. Keywords suchst du dir erst, nachdem du dich auf das Thema deiner Pillar Page festgelegt hast. 
    Sobald das Thema feststeht, kannst du mit der Keyword Recherche beginnen - mit Tools wie Sistrix, Google Suggest, AnswerThePublic oder ähnlichem. Aus den gefundenen Keywords lassen sich sehr wahrscheinlich schon einige Inhalte für den Content-Cluster in Schritt drei ableiten.
     
  3. Themen für den Content-Cluster finden
    Basierend auf der Keyword-Recherche zur Pillar Page, lassen sich neue Inhaltsseiten erarbeiten. Das Gute ist: Der Content-Cluster muss nicht sofort fertig sein, sondern man kann diesen nach und nach ergänzen. Wenn du bei deinen Recherchen auf ein passendes Thema für eine Unterseite gestoßen bist, prüfst du, welches Keyword sich für diese Seite am besten eignet.  
     
  4. Inhalte verfassen
    Die Pillar Page sowie die dazugehörigen Unterseiten werden nun inhaltlich befüllt. Tiefgründig recherchierte Inhalte zahlen sich auch im Google Ranking aus. Bei den Inhalten geht es jedoch keineswegs nur um Text: Bilder, Videos, Umfragen und ähnliches lockern die Seite auf und bieten abwechslungsreichen Content für den User. Auch Google ist fähig, die Multimedialität einer Website einzuschätzen. Reine Textwüsten funktionieren nicht mehr gut.

    Mit Call-To-Actions kann man User von der Pillar Page auf eine thematische Unterseite weiterleiten. Neben den Inhalten darf man natürlich die klassische SEO-Hygiene nicht vernachlässigen: Aussagekräftige Meta-Titel, aktivierende Meta-Descriptions, kurze inhaltlich passende URLs sowie die interne Verlinkung der Cluster-Seiten. Je besser die Content-Cluster-Seiten, desto länger die Verweildauer des Webseitenbesuchers.
     
  5. Veröffentlichen und Updaten
    Wenn dann alles vorbereitet ist, geht es daran die einzelnen Inhalte in der Seitenstruktur zu verankern. Was kommt ins Menü, was wird priorisiert und kommt ganz nach oben? Wenn du weißt, wo genau du deine Seite veröffentlichen möchtest, bist du fast am Ziel und kannst den “Jetzt veröffentlichen”-Button drücken. Anschließend kannst du die Klickzahlen der nächsten Wochen und Monate analysieren und Veränderungen bzw. Updates vornehmen, um die Performance deiner Pillar Page zu steigern.
     

Fazit
Pillar Pages und Content-Cluster sorgen für mehr Struktur auf der Webseite. Zweifelsohne macht eine Organisation nach Themen auch für den User mehr Sinn. Auf Webseiten, wo noch nicht nach Themengebieten gearbeitet wurde, könnten größere Umstrukturierungen anstehen. Bei allen anderen dürfte der Pillar Pages-Trend zu der Erstellung von neuem, qualitativ hochwertigem Content führen - gut für den User und für Google.