Wie wichtig ist User Experience (UX) 2019?

29. April 2019

Nutzerzentriertes Website-Design wird 2019 noch wichtiger. John Müller, Webmaster Trends Analyst bei Google, hat bereits Anfang des Jahres darauf hingewiesen, dass man sich bei der Optimierung von Websites stärker auf das Nutzungserlebnis der User fokussieren soll. Optimierungen, die nur auf ein besseres Google-Ranking ausgerichtet sind, gehören laut Müller der Vergangenheit an.

 

User Experience Design

 

Der Begriff “User Experience” ist nicht zu verwechseln mit dem der “Usability”. Während User Experience das Nutzungserlebnis meint, steht Usability für Benutzerfreundlichkeit bzw. Gebrauchstauglichkeit. User Experience geht also einen Schritt weiter und schließt Usability dabei mit ein. Definiert wird User Experience offiziell wie folgt:    
 
Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resultieren. [...] Dies umfasst alle Emotionen, Vorstellungen, Vorlieben, Wahrnehmungen, physiologischen und psychologischen Reaktionen, Verhaltensweisen und Leistungen, die sich vor, während und nach der Nutzung ergeben. (DIN ISO 9241-210)

 

Zur User Experience zählen: Nutzerspaß (Joy of Use), Nutzbarkeit (Usability), Nutzwert (Utility) und barrierefreier Zugang (Accessibility). All diese Faktoren tragen dazu bei, das Nutzer sich auf der Seite “wohlfühlen” und dementsprechend auch wieder dorthin zurückkehren. Das könnte man als digitale Kundenbindung bezeichnen. Schön und gut, aber hilft dieses positive Nutzungserlebnis auch dabei, ein besseres Ranking bei Google zu erzielen?

 

Verbessert eine gute UX mein Ranking bei Google?  

Die Antwort auf diese Frage lautet: indirekt. Denn wenn die Seite den Nutzern gefällt, kommen sie wieder und hinterlassen im besten Fall positive Usersignale. Zu diesen Signalen bzw. messbaren Kennzahlen zählen u. a.: 

 

  • neue Verlinkungen
  • hohe Klickrate
  • hohe Verweildauer
  • wenig Short Clicks (Klicks, die zurück auf die Suchergebnisseite und direkt zum nächsten Ergebnisses führen, was auf ein schlechtes erstes Ergebnis schließen lässt.)
  • geringe Absprungrate
  • hohe Wiederkehrrate 

 

Natürlich bleibt dabei zu beachten, dass man diesen Kennzahlen nicht immer blind vertrauen darf. Denn eine kurze Verweildauer kann beispielsweise auch bedeuten, dass der Nutzer die von ihm gesuchte Information einfach sehr schnell gefunden hat, und sich deshalb nicht besonders lange auf der Website aufhält.

Außerdem darf man bei all dem Fokus auf das Verhalten der User eines nicht vergessen: gute Inhalte . Denn ohne die, werden die User keinen langfristigen Nutzen von der Webseite haben und auch nicht wiederkehren. Optimiertes UX-Design für eine inhaltlich schlechte Webseite kann man sich schlichtweg sparen.

 

Fünf Top-User-Experience-Trends für 2019

Um eine Website im UX-Wettbewerb nach vorne zu bringen, muss man nicht nur den Nutzer in den Mittelpunkt stellen, sondern sich gleichzeitig auch dem digitalen Wandel stellen. Denn wer sein digitales Nutzungserlebnis fortwährend verbessern will, darf den Trend nicht verschlafen. 

 

Die fünf wichtigsten Trends in diesem Jahr sind unserer Meinung nach:

  1. Gutes UX-Design beinhaltet Sprachsteuerung. 
  2. Gutes UX-Design nutzt Augmented Reality. 
  3. Gutes UX-Design fokussiert sich auf Personalisierungen.
  4. Gutes UX-Design arbeitet mit Chatbots. 
  5. Gutes UX-Design wirkt geräteübergreifend.

 

All diesen Trends ist eines gemeinsam: Sie erleichtern dem User die Nutzung und sparen ihm im Idealfall Zeit, Geld und Nerven. Hier ein paar konkrete Beispiele

 

  1. Sprachsteuerung: Wenn man gerade keine Hand frei hat, um eine Suchanfrage einzutippen, spricht man sie einfach auf. 
  2. Augmented Reality: Wenn man wissen will, ob einem das neue Brillenmodell steht, lädt man einfach ein Foto von sich hoch und lässt mittels Augmented Reality ein Bild von sich selbst mit eben erwähnter Brille erstellen. 
  3. Personalisierungen: Wenn man nach einem neuen Sommerkleid sucht, ist man über Vorschläge froh, die den eigenen Kleidungsstil widerspiegeln. Stichwort: Algorithmus. 
  4. Chatbots: Wenn man den Kundenservice-Chat nutzen kann, um ein Problem zu lösen, zieht man das vermutlich der Warteschleife am Telefon vor. 
  5. Geräteübergreifend: Wenn man ein Flugticket online gekauft hat, checkt man am Schalter mit dem Smartphone ein oder lässt sich von der Smartwatch über Verspätungen informieren.    

 

Die Vorteile von gutem User Experience-Design 

Mit gutem UX-Design kann man viel erreichen. Die folgenden Punkte sind Beispiele, die man durch eine Verbesserung der User Experience erreichen kann. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Aber die Investition in ein emotionales, positives Nutzungserlebnis lohnt sich und verspricht:

 

  • Aufbau von Vertrauen zur Marke bzw. zum Produkt
  • Höhere Besucherzahlen (Page Impressions)
  • Verminderung der Absprungrate
  • Höhere Conversion Rate
  • Verminderung der Kosten im First-Level-Support

 

Fazit

Wer in gutes User Experience-Design investiert, erntet zwar nicht automatisch eine bessere Ranking-Position bei Google, aber er befindet sich auf dem besten Weg dahin. Schon lange wird von Google gepredigt, den Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen. Und da ist es nur konsequent, wenn man das Nutzungserlebnis für potenzielle Kunden vor, während und nach dem Besuch einer Webseite so gut wie möglich optimiert. 

Ein Nutzer, der intuitiv und mühelos alles (und mehr) findet, was er sucht, ist ein zufriedener Nutzer. Wenn dann noch ein emotionaler Mehrwert - der Joy of Use - hinzu kommt, ist die User Experience perfekt. Im Idealfall kehrt der Nutzer aufgrund seiner positiven Erfahrungen immer wieder zurück, empfiehlt das Produkt bzw. die Marke weiter und sendet somit positive Usersignale, die zu einer Verbesserung im Google-Ranking führen können.

 

Bildnachweis: Rob Hampson / Unsplash