Keyword-Recherche: So einfach geht's

16. April 2019

Jeder, der professionell Texte ins Internet stellt, weiß: Texte werden in erster Linie für den Nutzer geschrieben. Heutzutage sollte ein Text aber auch suchmaschinenoptimiert sein, um von potenziellen Lesern gefunden zu werden. Stichwort SEO. Ein bedeutsamer Teil der SEO-Arbeit ist die Suche nach dem richtigen Keyword. Denn damit steht und fällt die Chance bei Google und anderen Suchmaschinen auf der ersten Seite der Ergebnisliste aufzutauchen. Wir erklären, welche Schritte man bei der Keyword-Recherche unbedingt beachten sollte.

Keyword-Recherche-Tool

 

Was ist ein Keyword? Weiß ich, werden viele jetzt antworten. Aber oft ist es doch eher so, dass vor allem viel Halbwissen kursiert. Deshalb möchten wir hier mit einer kurzen Begriffsdefinition starten: Als Keyword bezeichnet man einen oder auch mehrere Begriffe (ohne Sonderzeichen), die der User in die Maske der Suchmaschine eingibt. Nach diesen Schlüsselwörtern sucht er. 

Die Suchmaschine wiederum gleicht das Keyword mit den indexierten Webseiten ab, die auf das gesuchte Keyword optimiert sind. Die Webseiten, die dem Algorithmus am relevantesten für die Suchanfrage erscheinen, werden in der Ergebnisliste (SERP) aufgeführt. Wer mit seinem Produkt, seiner Marke oder Dienstleistung auf der ersten Seite steht, hat gewonnen. Zumindest theoretisch. Mehr dazu später. 

Die Perspektive des Suchenden

Bevor man sich eine Liste möglicher Keywords erarbeitet, ist es wichtig, sich in den Suchenden hineinzudenken. Stellen Sie sich Fragen, wie: “Nach welchen Informationen sucht mein Kunde?”, “Welches Problem möchte er lösen?” oder “Welche Motivation treibt ihn an?” An diesem Punkt macht es außerdem Sinn, eine sogenannte Buyer-Persona zu entwickeln. Diese ist das fiktive Gesicht der Zielgruppe, die Sie erreichen möchten. Durch die Entwicklung einer Buyer-Persona können Sie das Verhalten Ihre Zielgruppe deutlich besser nachvollziehen. Erst, wenn mit der Buyer-Persona feststeht, wen Sie auf Ihre Seite locken möchten, sollten Sie mit der Keyword-Recherche beginnen. 

Ein hilfreiches Tool für eine erste Ideensammlung ist Answer the public. Die Website findet für jedes Keyword passende Präpositionen, Vergleiche, W-Fragen und eine riesige, alphabetische Liste an Begriffskombinationen. Damit kann man sich einen guten inhaltlichen Überblick darüber verschaffen, welche Keyword-Variationen möglich sind. Grundsätzlich ist dieses Vorgehen auch die Basis zur Entwicklung einer Content-Marketing-Strategie .

Drei Kriterien für ein ideales Keyword

Um herauszufinden, ob ein ausgewähltes Keyword Sinn macht, sollte man sich an den folgenden drei Regeln orientieren:

  • Wählen Sie ein “echtes” Keyword. Das bedeutet, dass es keinen Sinn macht, Nutzer mit einem Keyword anzulocken, welches thematisch nichts mit Ihrer Website zu tun hat. Ein Beispiel: Wenn jemand nach dem neuesten Modell von BMW sucht, möchte er nicht auf der Volvo-Seite landen.

  • Wählen Sie Keywords, nach denen tatsächlich häufig gesucht wird. Es gibt sicherlich zahlreiche Begriffskombinationen, die thematisch zu Ihrer Website passen. Ausschlaggebend hierbei ist, welches Keyword überdurchschnittlich oft in die Maske der Suchmaschine eingegeben wird. Stichwort Nutzungspotenzial.

  • Achten Sie bei der Auswahl des Keywords auf die Konkurrenz. Je weniger Wettbewerber für ein und dasselbe Keyword, desto besser. Ein Beispiel: Das Keyword “Sofa günstig” verwenden sehr viele Unternehmen. Die Keywords “Sofa günstig München” oder “Sofa günstig online” bieten deutlich weniger Konkurrenz.

Suchvolumen und Mitbewerber ermitteln

Nehmen wir einmal an, Sie haben zehn verschiedene Keywords gefunden, die die drei oben stehenden Kriterien erfüllen. Soweit, so gut. Jetzt gilt es Keyword-Tools wie den Keyword Planner von Google, die Sistrix Toolbox , Metrics Tools o. ä. zu verwenden. Mit diesen Tools kann man herausfinden, wie hoch das Suchvolumen für die verschiedenen Begriffe pro Monat ist und welche Konkurrenten es im Ranking zu schlagen gilt.

Ob ein Keyword über eine Million oder nur bis zu 60.000 Treffer erzeugt, wenn man es in Google eingibt, zeigt, mit wie viel Konkurrenz bei einer Keyword-Optimierung theoretisch gerechnet werden muss. Aber Achtung: Die Anzahl der Treffer allein ist nicht besonders aussagekräftig. Im zweiten Schritt muss man sich hier die Qualität der Mitbewerber ansehen. Neben Quantität und Qualität nehmen auch Faktoren wie z. B. Themenrelevanz, Verlinkungsstruktur oder Linkpopularität Einfluss auf ein sinnvolles Keywords.

Drei Arten von Keywords

Es existieren drei Arten von Keywords, die man unterscheiden kann:

  • Marken-/Brand-Keywords Hierzu zählen Unternehmensnamen, Markennamen, Domainnamen oder auch Personen, die selbst zu “Marken” geworden sind. Beispiele sind: FC Bayern München, Tesla, t-online.de, Ferrero, Karl Lagerfeld, Prinz Harry, etc.

  • Money-Keywords Hierzu zählen Keywords, die eine konkrete Kaufabsicht implizieren. Beispiele sind: Trockner kaufen, iPhone 8, Blumenstrauß, Winterschuhe Damen, etc.

  • Compound-Keywords Hierzu zählen Keywords mit mehr als drei Begriffen. Eine Kombination aus Marken- und Money-Keywords ist möglich. Häufig kommen auch Präpositionen und Konjunktionen vor. Beispiele sind: neue Datenschutzregeln bei Facebook, vegane Cupcakes aus Berlin, Prada Handtasche online kaufen, gebrauchtes Schlagzeug auf ebay.de, etc.

Wie lang sollte mein Keyword sein?

Kurz oder lang? Was ist besser? Das kommt auf das Wettbewerbsumfeld an. Ist der Wettbewerb für ein Keyword besonders hoch, kann man durch eine Verlängerung des ursprünglichen Keywords oftmals eine neue, weniger stark umkämpfte Nische besetzen. Unterscheiden kann man zwischen drei verschiedenen Keyword-Längen:

  1. Shorttail-Keywords Wie der Name schon sagt, geht es hier um kurze Keywords, die aus nur einem Wort bestehen. Je generischer das Keyword ist, desto mehr Konkurrenz gibt es. Beispiele sind: Silberohrringe, Holztisch, Laptop, Geburtstagskarte, Sofakissen, USB-Kabel, etc.

  2. Midtail-Keywords Die mittlere Kategorie steht für Keywords, die aus zwei bis drei Wörtern bestehen. Beispiele sind: Elektrische Zahnbürste Testsieger, Handtücher günstig, Pizza bestellen Köln, etc.

  3. Longtail-Keywords Lange Keywords bestehen aus mindestens drei oder mehr Begriffen. Je spezieller, individueller und nischiger dieses Keyword ist, desto weniger Nutzer suchen danach. Dafür hat man einen Wettbewerbsvorteil, weil weniger Konkurrenzseiten für genau diese Wortkombination existieren. Beispiele sind: Familienplaner 2020 online kaufen, blauer Bikini mit Muster, Trinkflasche Aluminium leicht, etc.

Generische Keywords vermeiden und Synonyme finden

Je allgemeiner ein Keyword ist, desto größer ist auch das Suchvolumen. Leider sind im Fall von generischen Keywords auch die Streuverluste besonders hoch. Warum? Ganz einfach: Jeder, der beispielsweise nur nach dem Wort “Marketing” sucht, hat eine ganz andere Motivation. Einer möchte z. B. eine fachliche Definition, ein anderer möchte ein Buch zum Thema kaufen, wieder ein anderer sucht eine Fortbildung zum Thema Marketing und wieder ein anderer sucht eine Agentur, die Marketing als Dienstleistung anbietet. 

Daraus lässt sich folgern, dass eine Optimierung auf ein generisches Keyword in den meisten Fällen nicht zum gewünschten Ziel führen wird. Denn selbst, wenn man für das Keyword auf der ersten Seite der Suchergebnisse rankt, ist das nicht gleichbedeutend mit einer Umsatzsteigerung. Hohe Absprungraten durch abweichende User-Motivationen müssen unbedingt einkalkuliert werden. 

Ein weiterer wichtiger Tipp für die Keyword-Recherche ist das Finden von Synonymen. Im Web gibt es zahlreiche kostenlose Tools (z. B. Synonyme.Woxikon.de), die Synonyme auflisten. Es macht durchaus Sinn, einmal alle bislang gesammelten Keywords einzugeben und sich dann mögliche Synonyme zu notieren. Daraus können wiederum wertvolle Keyword-Alternativen entstehen.

Google Suggest, Google Trends und Google Search Console

Gibt man einen Suchbegriff bei Google ein, werden durch die Auto-Suggest-Funktion bereits häufig gesuchte Wortkombinationen angezeigt. Jede Kombination, die inhaltlich Sinn macht, kann dann wiederum als neue Keyphrase festgehalten werden. Ganz unten auf der Ergebnisseite liefert Google noch einmal mögliche Keywords, und zwar in der Auflistung “verwandte Suchanfragen”. Auch hier liegt das Prinzip der “häufigen Suchanfragen” zu Grunde.

Wenn es um die langfristige Einschätzung von Suchtrends (seit 2004) oder um Produkte, die als (teilweise) saisonal eingestuft werden können geht, lohnt sich die Nutzung von Google Trends. Dieses Tool zeigt beispielsweise, wie sich das Suchvolumen für den Begriff “vegane Ernährung” in den letzten 15 Jahren entwickelt hat. 

Außerdem kann man mit Google Trends exakt den Zeitraum herausfinden, in dem es sich lohnt, saisonale Keywords zu verwenden. Ein Beispiel: Ein Kostümverleih kann zwischen dem 11. November und Aschermittwoch mit den Keywords Karneval oder Fasching den Verkauf seiner Ware ankurbeln. Ebenso wie Saisonalität erkennt Google Trends auch Regionalität, das heißt, wenn zum Beispiel in einem Bundesland deutlich mehr nach einem Keyword gesucht wird als im Rest der Republik. 

Über die Google Search Console lässt sich herausfinden, für welche Keywords die existierende Website bereits in der Ergebnisliste von Google auftaucht. Anhand der Impressions kann man z. B. ableiten, welche Longtail-Keywords besonders relevant sind und die Inhalte der Webseite dementsprechend überarbeiten und erweitern. 

Die goldene Regel: Ein Keyword pro Seite

Wenn Sie alle oben genannten Schritte durchlaufen haben, sind Sie fast am Ziel. Die entstandene Keyword-Liste sollte am Ende noch einmal auf inhaltliche Relevanz, Häufigkeit und User-Motivation überprüft werden. Oftmals macht es Sinn, die Liste nach dieser Überprüfung noch einmal zu bereinigen.

Stehen dann alle Keywords fest, bleibt nur noch das Keyword-Mapping. Dieser Begriff steht für nichts anderes, als die Zuweisung von Keywords zu einer speziellen Seite. Jede Unterseite einer Domain sollte für lediglich ein bestimmtes Keyword optimiert werden. 

Warum? Ganz einfach: Wenn eine Seite für mehr als ein Keywords optimiert ist, wird sie zwar bei mehreren Suchanfragen gefunden - die Website kann dadurch jedoch insgesamt an Relevanz verlieren. Wer sich auf ein Keyword pro Seite beschränkt, erhöht die Chance auf einem der ersten Plätze für genau diese spezielle Suchanfrage zu landen. Denn der Algorithmus bevorzugt klare Strukturen, die sich inhaltlich idealerweise auf ein Thema beschränken.


Empfehlungen: Das sind unsere Top 10 Keyword-Recherche-Tools

Sistrix Toolbox  
Answer the public
Google Keyword Planner
Metrics Tools
Google Search Console
Google Trends
Searchmetrics
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Uber Suggest
Synonyme Woxikon

 

Bildnachweis: https://answerthepublic.com/